www.tadema.de
Vasallen


Start | Inhalt | Young Leaders alumni | Autor | Colitis ulcerosa | Buch | Erbrecht

[]

In eigener Sache: Am 27. September 2009 wird gewählt. Mein Entschluß steht fest: Ich werde meinen Wahlzettel ungültig machen und den Polit-Gaunern in Berlin meine Stimme nicht geben. Die gehören auf immer weggesperrt. (mat)

"Als der Sozialismus Ende der achtziger Jahre zusammenbrach, sah es so aus, als wäre das der end- gültige Sieg des Kapitalismus. (…) Das war aber der Durchbruch von Maßlosigkeit und Gier."
Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter im Interview mit Spiegel online

>> Jens Berger: Die Jahrhundertpleite 1. Akt Die Leitung der HRE hatte ein Außenseiter. Georg Funke war kein Banker. Vor seinem Einstieg ins Bankgewerbe verwaltete er Sozialwohnungen.
>> Jens Berger: Die Jahrhundertpleite 2. Akt Finanzminister Steinbrück und sein Abteilungsleiter Jörg Asmussen waren bis zum 15. September 2008 (die Investmentbank Lehman Brothers kollabierte) auf Tauchstation: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen!
>> Jens Berger: Die Jahrhundertpleite 3. Akt Deutschbanker Ackermann übernimmt und wird Krisengewinner. Der Steuerzahler muß mit fast 100 Milliarden Euro für die Verluste der HRE geradestehen und außerdem für die erfolgversprechenden Sammelklagen der Altaktionäre aufkommen.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)

hat Ausbildungsprogramme in den USA besucht. Dort wurde er programmiert und nicht nur er. Auch Angela Merkel hat scheinbar solche Programme absolviert. Die Programme des American Council on Germany (ACG) scheinen Pflichtprogramme für jeden aufstrebenden deutschen Politiker zu sein. Die Amerikaner brauchen willfährige Diener und in den Staaten werden sie gemacht. Dort werden sie zu willenlosen Kreaturen von Washington D. C. programmiert. Zu Guttenberg und Angela Merkel machen Politik wie sie von dort verlangt wird. Ich behaupte, daß alle dauergrinsenden deutschen Politiker das tun. Sie lachen uns, aber auch ihresgleichen permanent aus und sagen uns so: Ihr dummen Deutschen habt ja keine Ahnung!
Und die haben Deutsche wirklich nicht. Wer weiß denn schon, daß die Urahnen der Blaublüter gewöhn- liche Kriminelle, Banditen waren. Sie raubten Postkutschen aus. Aus Räuber wurden Adelige und aus Adelige wieder Räuber.
Die Pläne von Deutschlands beliebtesten Blaublüter und Politiker - Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sehen so aus: Weiter mit dem Lohndumping, dem Abbau des Kündigungsschutzes, der Senkung der Umweltstandards, der Erhöhung der Mehrwertsteuer und dafür eine weitere Senkung der Unternehmenssteuern. Die dummen Deutschen lieben ihn, ihren gelisierten Karl-Theodor zu Guttenberg. (mat)

„Wo die Tröge sind, sind auch die Schweine!“

Arcandor wurde geplündert

16.08.2009 | Der Insolvenzverwalter von Arcandor ist erschüttert über das, was er bei dem Pleite-Konzern vorgefunden hat. "In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört", sagte Klaus Hubert Görg der "Welt am Sonntag". Nun prüft er rechtliche Schritte gegen Ex-Vorstände wie Thomas Middelhoff. ..tzz, tzz..

Himmel über Deutschland

11:35 16.08.2009

Über den Umweg Europa droht nun die Privatisierung der deutschen Flugsicherung. 2012 soll es einen einheitlichen Luftraum für Zentraleuropa geben und dann wäre das skandalträchtige Schweizer Unternehmen Skyguide mit im Boot.
In der Nacht zum 2. Juli 2002 kollidierten nahe der süddeutschen Stadt Überlingen ein Frachtflugzeug der DHL und eine russische Passagiermaschine in 11.000 Meter Höhe. 71 Menschen starben bei dem Unglück, 49 davon waren Kinder. Der Luftraum auf der deutschen Seite des Bodensees wird nicht von der deutschen DFS, sondern vom Schweizer Privatunternehmen Skyguide kontrolliert. Eine Unter- suchung kam zu dem Ergebnis, daß massive Sicherheitsmängel bei Skyguide zur Katastrophe geführt hatten. Durch Personalkürzungen war nur ein einziger Lotse für den gesamten Luftraum verantwort- lich und technische Wartungsarbeiten, die in der Unglücksnacht aus Kostengründen ohne Redundanz durchgeführt wurden, führten zum Ausfall des bodengestützten Kollisionswarnsystems und des Telefonnetzes der Flugsicherung.
Die Katastrophe von Überlingen war nicht der einzige schwere Fehler von Skyguide. Im Februar 2007 kam es zu einem Beinahezusammenstoß zwischen einer algerischen Herkules und einer kasachischen Tupolew im französischen Luftraum. Bei Skyguide saß zu diesem Zeitpunkt ein Azubi am Kontrollpult. Erst vor wenigen Wochen ist bekannt geworden, daß es im Mai 2007 über Schaffhausen erneut bei- nahe zu einem Flugzeugzusammenstoß gekommen wäre. Beteiligt waren diesmal ein Airbus A321 der Austrian Airlines und ein Airbus A341 der chilenischen Fluggesellschaft LAN. Verantwortlich für den Beinahezusammenstoß war Untersuchungen zufolge wieder einmal Skyguide.
Auch in diesem Jahr will Skyguide sparen. 10 Millionen Franken beim Betriebsbudget und weitere 20 Millionen Franken bei externen Experten und dem Personal. >> Jens Berger Das Grundgesetz sieht vor, daß die Flugsicherung eine hoheitliche Aufgabe ist, die – ähnlich wie die Polizei oder die Landesverteidigung – weder privatisiert, noch an ausländische Unternehmen delegiert werden darf.

>> Artur P. Schmidt Die Deutsche Bank hat im 2. Quartal 2009 rund 1,1 Milliarden Euro verdient, vor allem mit dem Anleihegeschäft. "Die Deutsche Bank ist ein Gewinner der Krise", hieß es sogar beim Analysehaus Independent Research. Während sich die Deutsche Bank Geld bei der EZB für 1 % leiht, verleiht sie es an Unternehmen nur noch zu 10 % und mehr weiter. Mit einer derartigen Ausbeutung kann selbst der dümmste Banker Gewinne machen.

>> Bin Laden hat bis zum 11.September für die USA gearbeitet! Die ehemalige FBI-Übersetzerin Sibel Edmonds ließ in Mike Maloys Radio-Show als Gast von Brad Friedman eine Bombe platzen. In dem Interview sagt Sibel (Edmonds), dass die Vereinigten Staaten während der ganzen Zeit bis zum 11. September (2001) "enge Beziehungen" zu Bin Laden und den Taliban unterhalten hätten. Diese "engen Beziehungen" zu Bin Laden schlossen auch seinen Einsatz bei "Operationen" in Zentralasien ein, auch in Xinjiang (dem Uigurischen Autonomen Gebiet) in China. Bei diesen "Operationen" wurden Al-Qaida und die Taliban in der gleichen Weise eingesetzt, "wie wir das während des afghanisch sowjetischen Konflikts taten", das heißt, sie bekämpften stellvertretend für uns unsere Feinde. Sibel (Edmonds) hat schon vorher beschrieben und jetzt in diesem Interview wiederholt, dass die Türkei – unterstützt von Akteuren aus Pakistan, Afghanistan und Saudi Arabien – als Erfüllungsgehilfe in diesen Prozess einbezogen war, und ihrerseits Bin Laden, die Taliban und andere als hilfswillige Terroristen-Armee einsetzte. Die amerikanischen "Staatsmänner", die (in Wirklichkeit) hinter all diesen Aktivitäten steckten, wollten die Kontrolle über die riesengroßen Energievorräte Zentralasiens gewinnen und neue Märkte für militärische Produkte (der USA) erschließen. Die Amerikaner hatten dabei ein Problem. Sie duften bei diesen Operationen keine Fingerabdrücke hinterlassen, um a) öffentliche Revolten in den zentralasiatischen Ländern Usbekistan, Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan und b) Reaktionen Chinas und Russlands zu vermeiden. Sie fanden eine raffinierte Lösung, indem sie ihren Marionettenstaat Türkei als Erfüllungsgehilfen agieren ließen und gleichzeitig das Zusammengehörigkeitsgefühl der islamischen Türkei und der anderen islamischen Staaten aus- nutzten. Die Türkei, ein NATO-Verbündeter (der USA), genießt in dieser Region viel mehr Vertrauen als die Vereinigten Staaten und konnte, eingedenk der Geschichte des Osmanischen Reiches, von einem neuen türkischen Großreich mit einem bedeutend größeren Einflussbereich träumen. Die Mehrheit der Bevölkerung Zentralasiens teilt die Geschichte, die Sprache und die Religion mit den Türken. Die Türken ihrerseits setzten die Taliban und Al-Qaida ein, indem sie an deren Träume von einem übergreifenden islamischen Kalifat appellierten. Vermutlich oder sogar sehr wahrscheinlich haben die Vereinigten Staaten über die Türken auch sehr gut bezahlt.
>> Cheneys Killertruppe und das große Schweigen Die jüngsten Enthüllungen und deren eventuelle Konsequenzen wurden von den einflussreichen Medien der USA und auch Deutschlands mit Schweigen übergangen.

Zwei Millionen Dollar - pro Tag

14.08.2009 | Stephen Schwarzman verdiente 2008 702,4 Millionen Dollar (rund 490 Millionen Euro), wie die US-Anlegerschutzorganisaton Corporate Library am Donnerstag mitteilte. Fast die gesamte Summe ist dem Manager durch Zuteilung von Aktien beim Börsengang seiner Investmentgesellschaft Blackstone zugeflossen. Das Geld ist Schwarzman nicht von Kontrollgremien zugestanden worden, nein, Schwarzman hat es sich selbst genehmigt. Schwarzman war einer der ersten und einer der aktivsten Finanziers von George W. Bush.

>> Die deutsche Lehman-Lüge Der Fall der Lehman-Bank hat Kapital und Vertrauen vernichtet. Sagen deutsche Politiker und Bankchefs. Das ist die Unwahrheit - und sie wissen es. Die Pleite am 15. September 2008 war nicht der Auslöser der Entwicklung. Die Finanzhäuser hierzulande gerieten schon Jahre zuvor in Schieflage.
>> Artur P. Schmidt Filzokratie a la Paulson
>> Rainer Sommer Gefährliche Drohungen der Federal Reserve
>> Das Guttenbergsche Gesetz Wenn Gesetze, die die Existenz von Banken betreffen, bis auf Punkt und Komma von Anwälten geschrieben werden, die Banken beraten, wenn Gesetze, die die Markt- chancen von Pharmaunternehmen berühren, die die Abgaswerte von Autos regeln, die die Gewinn- aussichten der Textilbranche, der Tabakindustrie und der Hersteller von Hundefutter tangieren, bis auf Punkt und Komma von Anwälten geschrieben werden, die Pharmaunternehmen, Automobil- konzerne, Textilfirmen, die Tabakindustrie und Hundefutter-Hersteller beraten, wenn die Arbeitszeit für die Beamten in den Bundes- und Landesministerien verkürzt wird, weil ihre Arbeit von großen Rechtsanwaltskanzleien übernommen wird, wenn der Kanzleramtsminister von der Bundesrechtsan- waltskammer gestellt und von der Bundesrepublik bezahlt wird - dann wird Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als Deutschlands bedeutendster Privatisierer in die Annalen dieser Republik eingehen.
Denn dann wird ihm nicht nur gelungen sein, was noch keinem, nicht einmal den westlichen Sieger- mächten nach dem Zweiten Weltkrieg, gelang: die grundlegende Reform des Öffentlichen Dienstes. Er wird sogar vollbracht haben, was niemand verlangt hatte - die Privatisierung der Gesetzgebung. (Christian Bommarius, FR)
>> NachDenkSeiten - Die kritische Website CDU-Wahlkampf Slogan: „Wir haben die Kraft“

Macht

Wirkliche Macht besteht darin, sie auch ungezügelt und uneingeschränkt ("Willkür" im harmlosen Fall, "Diktatur" und "Tyrannei" im politischen) durchsetzen zu können. Das geht ... nur via weltweite Verfügungsgewalt über Energie (zurzeit Erdöl), unbeschränkten Zugang zu den (limitierten) Wasser- reserven und totale Verfügbarkeit über die Nahrung - was nur über hybrides Saatgut erfolgen kann. Auf allen drei Gebieten sind die USA führend ...
Der Irak-Krieg mit seinen 700.000 Toten und 1,5 Millionen durch die vorherigen Sanktionen Getöteten wurde von der Bush-Administration nur deshalb losgetreten, weil der ehemalige Vasall der USA, Saddam Hussein, nicht mehr tat, wie er sollte, sondern im erlegenen Machtrausch eines orientalischen Potentaten seine Ankündigung wahrzumachen drohte, sein Öl nicht mehr in US-Dollar, sondern in Euro fakturieren lassen zu wollen. Das kam natürlich einem Frontalangriff auf den geheiligten "Greenback" der (ehemals) größten Wirtschafts- und (leider noch immer) auch größten Militärmacht der Welt gleich: Man beißt nicht die Hand, die einen füttert ... Und es bedeutete, die Weltwährung Dollar beschädigen zu wollen. Letztlich war den Drahtziehern hinter der Marionette George W. Bush diese Androhung (die angeblichen Massenvernichtungswaffen waren nur als Kriegsgrund erfunden worden) gar nicht so ungelegen gekommen, denn irgend etwas hätten die USA ohnehin unternehmen müssen, um sich den Zugang zu den reichsten Ölvorkommen der Erde für die nächste Zeit zu sichern: Und da sich diese Ölvorräte vom Kaspischen Meer über den Iran und Irak bis nach Saudi Arabien erstrecken, musste der nicht mehr botmäßige Hussein eliminiert werden.
Aus demselben Grund und weil der Iran noch "im Wege" ist, wird das nächste Angriffsziel der USA - oder Israels als des Vasallen Nr. 1 der USA, ihr "unsinkbarer Flugzeugträger im Nahen Osten" - wohl der Iran sein: wahrscheinlich noch 2009, wozu die - von wem wohl? - absichtlich herbeigeführte Finanzkrise ein trefflicher Grund sein wird ... Hat doch auch bereits Irans Ministerpräsident Mahmud Ahmedinedschad angekündigt, seine Ölverkäufe in Euro fakturieren zu wollen. Warum sind die USA (noch und vorgeblich!) so entschiedene Gegner des Nabuko-Pipeline-Projekts? Sollte es wirklich Zufall sein, dass die Bush-Administration Iran als "Schurkenstaat" an die erste Stelle gerückt hatte, gleich gefolgt von Syrien, dem man auch eine Uranaufbereitungsanlage nachgesagt hatte, die zwischenzeit- lich erfolgreich - von Israel - lahmgelegt worden ist?
Unvermutet hat sich plötzlich die Geopolitik in die Finanzblasenwirtschaft gedrängt, und tatsächlich hat die Finanzblase viel, wenn nicht alles mit Geopolitik, also Macht zu tun! Eindeutig ziehen diejenigen, die den Erdölpreis manipulieren - und die Preise von Nahrungsmitteln wie Weizen, Soja, Raps und überhaupt alles, was zur Produktion von Biosprit dient, obwohl die Sache mit der "Biospritfläche" zur Rechtfertigung der hohen Nahrungsmittelpreise hochgespielt wurde - an jenem Strang, um über die geplanten und gezielt zum Platzen gebrachte Finanzblase endgültig an ihre angepeilte Macht zu gelangen. Wie kräftig der Food-Sektor mit hereinspielt, war u.a. auch daran zu erkennen, dass die US-Administration sofort nach ihrem "Sieg" im Irak allen dortigen Bauern verbot, von den jeweiligen Ernten Saatgut aufzubewahren. Vielmehr wurden ihnen über von der Besatzungsmacht erlassene Gesetze Hybride aufgezwungen, um die irakische Landwirtschaft von den US-amerikanischen Saatgutfirmen völlig abhängig zu machen (Monsanto).
Finanzkrise - Erdölpreis - Nahrungsmittelspekulation - Hybridisierung des Saatguts - Energiedominanz (vorläufig über die Achse Nahost-Kaspisches Meer): eine echte unheilige Allianz und die eigentliche "Achse des Bösen"! (prof. mag. dr. walter weiss)

In zwölf Jahren kann die weltweite Nachfrage nach Erdöl nicht mehr gedeckt werden

behauptet Claudia Kemfert, Energieexpertin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Vom Erdöl in der Tiefsee hat die Expertin noch nichts mitbekommen. Dabei wird es längst gefördert. Vor der Küste Angolas, in über tausend Meter Tiefe im Atlantik hat man riesige Erdölfelder entdeckt: 85 Milliarden Barrel werden vor der Küste Westafrikas vermutet - genug, um Deutschland 85 Jahre mit Öl zu versorgen. Experten zufolge liegt die Zukunft der Energiegewinnung – neben dem Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserkraft – in den Weltmeeren. (mat, 120809)


>> Les Etats semblent impuissants face au retour des bonus Frédéric Lemaître, Le Monde am 11. August 2009: Die Ohnmacht der Staaten gegenüber der Wiederaufnahme der Bonus-Zahlungen

Wer Bernard Madoff liebte, wird Andrew Hall bewundern, der nicht im Gefängnis landete und heute die Wahl hat zwischen seinem an das Weiße Haus erinnernden Palast in Connecticut und seinem 1000 Jahre alten Schloss in Deutschland. Dieser Star-Trader der Citigroup-Bank hat niemanden betrogen und verlangt zurzeit von seinem Arbeitgeber nur die Kleinigkeit von 100 Millionen Dollar Boni, auf die er durch seine von ihm eingefahrenen Profite ein Anrecht hat. Problem 1: Hall und Kollegen können sich sehr leicht als geniale Trader verkaufen, erhielten sie doch im letzten Winter 45 Milliarden Dollar Staatshilfe - durch die eigentlich auch der amerikanische Steuerzahler eine Honorierung seines Engagements verlangen kann. Problem 2: Hall verdiente durch Ölspekulation Millionen Dollar für seine Bank. Über den spekulativ erhöhten Ölpreis hat wiederum der Durchschnittsamerikaner im Jahr 2008 indirekt Halls Bankprofite mitfinanziert. Hall steht exemplarisch für das Problem, mit dem westliche Regierungen zurzeit konfrontiert werden. Einerseits müssen sie vor ihren Wählern über Milliarden öffentlicher Gelder Rede und Antwort stehen, die sie an Banken gezahlt haben, andererseits wollen Politiker die Finanzinstitute ihrer Länder konkurrenzfähig halten. Wenn führende G20-Politiker öffentlich äußern, es könnten leicht international verbindliche Regelungen für Banker-Einkommen eingeführt werden, täuschen sie die Öffentlichkeit. Die Londoner G20–Empfehlung blieb nämlich genau in diesem Punkt vage, weil jeder Politiker seine spezifischen Landes-Interessen durchzusetzen versuchte. Gordon Brown etwa weigerte sich, eine konkrete Vereinbarung zu unterschreiben, weil er seiner Londoner City nicht schaden wollte. Und die französische Regierung veröffentlichte immer noch nicht die sicherlich auch Klauseln über Bonus-Zahlungen enthaltenden Vereinbarungen, die sie mit ihren staatliche Hilfe beanspruchenden Banken schloss. Wirtschaftsministerin Lagarde verlangte bisher von der frz. Zentralbank nur einen Bericht über Bonus-Zahlungen, den allerdings erst zum Jahresende. Der 13. 2009 August wird in den USA die Stunde der Wahrheit sein, an diesem Tag werden mit staatlichen Geldern ausgestattete Banken die amerikanische Regierung fragen, ob sie ihren leitenden Angestellten wieder Boni zahlen können. Die öffentlich schon als Anti-Business-Regierung apostrophierte Obama-Administration wird nach einem im Juli von der Justiz des Bundesstaates New York publizierten Banken-Sündenregisters nicht einfach "ja" zu neuen Bonus-Zahlungen sagen können. Der New Yorker Justiz-Bericht kommt zu folgenden Schlüssen: "Als es den Banken gut ging, wurden ihre Angestellten gut bezahlt. Als es den Banken schlecht ging, wurden ihre Angestellten gut bezahlt. Und als es den Banken sehr schlecht ging und ihnen mit öffentlichen Geldern geholfen wurde, wurden ihre Angestellten immer noch gut bezahlt. Bei Boni und anderen Vergütungen gab es keine signifikanten Änderungen im Hinblick auf das Betriebsergebnis". So zahlten im Jahr 2008 acht amerikanische Banken 33 Milliarden Dollar Boni an ihre Mitarbeiter, obwohl sie Verluste in Höhe von 88 Milliarden Dollar gemacht hatten. Während Politiker Bonus-Zahlungen an langfristige Leistungen der Banken knüpfen wollen, versichern Banker wie der Generaldirektor der französischen BNP-Bank, Prot, nichts sei mehr wie vor der Krise. Wenn sich die Regierungschefs bei der nächsten G20-Konferenz nicht gemeinsam auf konkrete Änderungen bei Bonus-Zahlungen verständigen, wird Monsieur Prot recht behalten: morgen wird nichts mehr sein wie vor der Krise sein, es wird schlimmer werden!
(Übersetzt von Gerhard Kilper für die NachDenkSeiten)


Elf Jahre nach der Liberalisierung der Energiewirtschaft

machen sich mehr und mehr Kommunen daran, verlorengegangenen Einfluß auf die Energieversorgung zurückzugewinnen. (Die FAZ erklärt dies u.a. mit Sentimentalitäten) Im Münsterland, im Weserbergland und am Bodensee, im Hochsauerland und im badischen Müllheim werden Stadtwerke neu gegründet. Im schwarz-grün regierten Hamburg soll "Hamburg Energie" das Fernwärme- und Gasnetz von privaten Betreibern zurückkaufen und "grünen" Strom vertreiben. Bürgermeister Ole von Beust hat den Verkauf der HEW an Vattenfall vor acht Jahren einen Fehler genannt. In Leipzig verhinderten Bürger die Privatisierung ihres Stadtwerks durch eine Volksabstimmung. Schon 2003 hatten Dortmund und Bochum den Versorger Gelsenwasser von Eon für 830 Millionen Euro gekauft und damit rekommunalisiert. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. August 2009)


Wir brauchen Idioten, sonst frißt keiner das Gammelfleisch.. (Georg Schramm alias Lothar Dombrowsky)


Sind die Wirtschaftsweisen so unabhängig wie nötig?

10.08.2009 | Es gibt Indizien, die im Falle zweier Mitglieder des Sachverständigenrates daran zweifeln lassen. Der Vorsitzende des Gremiums, der Konstanzer Wirtschaftsprofessor Wolfgang Franz, steht der neoliberalen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) nahe. Die Initiative wirbt vehement für Privatisierung, Steuersenkungen und weniger Sozialstaat und wird für ihre intransparente PR-Arbeit kritisiert. Auch die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro, Professorin für Volkswirtschaftslehre in Mainz, steht der INSM nahe. Sie ist Herausgeberin eines Buchs der Initiative mit dem Titel »Chancen des Wachstums«. Weder di Mauro sitzt darüber hinaus im Aufsichtsrat der ERGO-Versicherungsgruppe. Die Tochterfirmen dieses Konzerns, wie die Hamburg-Mannheimer, bieten Altersvorsorgeprodukte an, die direkt abhängig sind von der Rentenpolitik der Bundesregierung – die auch von Weder di Mauro beraten wird. Daneben sitzt die Italo-Schweizerin seit 2006 im Verwaltungsrat des Schweizer Pharmakonzerns Roche. Laut dem Roche-Geschäftbericht 2008 erhielt Weder di Mauro, die dem Gremium noch bis 2010 angehören wird, für ihre Dienste im abgelaufenen Jahr insgesamt 300000 Schweizer Franken (ca. 196000 Euro) »Entschädigung« und weitere 60000 Franken »Aufwandsentschädigung« für die Mitgliedschaft in Unterausschüssen des Verwaltungsrats. Dem Bericht zufolge hielt die Wirtschaftsweise Roche-Aktien im Wert von über 20000 Euro. Weder di Mauros Engagement bei Roche ist deshalb problematisch, weil sich der Sachverständigenrat auch zu gesundheitspolitischen Fragestellungen äußert. (jW)


»Ausgewiesene Vertreter der Rüstungslobby stellen offenbar mittlerweile fast ein Viertel der ordentlichen Mitglieder des Verteidigungsausschusses« (Paul Schäfer, verteidigungspolitischer Sprecher der Linksfraktion)


Kein Vertrauen

in die eigenen und vor allem teuer bezahlten Mitarbeiter? Bundeswirtschaftsminister Guttenberg hat das "Gesetz zur Ergänzung des Kreditwesengesetzes" von der britischen Großkanzlei Linklaters aus- arbeiten lassen - und zwar komplett. (Heribert Prantl, SZ vom 10.8.09)
Linklaters verdiente beim Aufbau des Casinos und nun beim Aufräumen. Das nennt man wohl "Full Service". (Wolfgang Lieb, NDS)

Seitenanfang | Young Leaders alumni


©Tadema 99-2009 [ www.tadema.de ] [ ]