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- Wer in Deutschland im Jahr 2002 Rot/Grün wählte, entschied sich, ohne es
zu ahnen, für das neo- liberale Modell Schwarz/Gelb ... (Andrea Noll)
- Der Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts. Seine
dogmatische Enge und sein utopischer Glaube hindern ihn ... daran, für die
relevanten wirtschaftlichen Probleme pragmatische Lösungen zu finden. Dies
macht ihn ebenso realitätsuntauglich, wie es der Marxismus war. Mit seinem
Scheitern ist daher zu rechnen. (Ulrich Berger/Christoph Stein)
- Die Dominanz deutscher Autohersteller in China(*) (des
Bundeskanzlers liebstes Reiseland) ist vorüber. Das Investmenthaus Goldman
Sachs sieht die Wolfsburger in China 2005 Verluste einfahren. Chinesen fahren
mittlerweile lieber ihre eigenen Autos oder die aus Japan und Korea.
- Wie will eine SPD, sollte sie 2006 die Macht verlieren, vier Jahre später,
2010, vor die Wähler treten? Mit dem Bekenntnis, alles, was sie bis 2006
betrieben hat, ist falsch gewesen? Wollen die Sozis den Leuten dann wieder mehr
soziale Wohltaten versprechen?
- Ein italienischer Fernsehjournalist hat die wirtschaftlichen Interessen
seiner Regierung im Irak unter- sucht: "Das Interesse am Erdöl stand von Anfang
an vor allen humanitären Überlegungen", so der Autor Sigfrido Ranucci. "Die
italienischen Carabinieri dort unten bewachen Förderanlagen und eskortieren Öl-
fässer. Der Wiederaufbau hat bis heute nicht begonnen, es geht nur ums Öl".
(*)Folter, Arbeits- und Umerziehungslager - in China gehören sie zum Alltag. Ebenso öffentlich inszenierte Schauprozesse und Massenhinrichtungen. Trotzdem will der Kanzler das Waffenembargo, das wegen Menschenrechtsverletzungen ver- hangen wurde, aufheben. Denn ihm geht es vor allem um eines: ums Geschäft. Daß er die Menschenrechte verrät ist ihm egal.
12. Mai, der Reichstag stimmt der Selbstentmachtung zu
Demokratisch nicht kontrollierbare EU-Spitzengremien stehen künftig über dem
deutschen Parlament. Zum zweiten Mal in der deutschen Geschichte hat ein
deutsches Parlament seiner Selbstentmachtung zugestimmt. Laut EU-Verfassung
(Artikel I-41,1 und V) kann der EU-Ministerrat künftig weltweite Militär-
einsätze beschließen, ohne daß der Bundestag etwas dagegen tun kann.
Irgendwann einmal werden Bundestagsabgeordnete uns wissen lassen, daß sie nicht
wußten, worüber sie abstimmten. 99 Prozent der Abgeordneten kennen nichtmal den
ersten Satz der Verfassung für Europa. Die Bevölkerung bekam das Schriftstück
nie zu sehen. Die Zustimmung tritt mit der Unterschrift des Bundespräsidenten
in Kraft. Und der muß auf das Bundesverfassungsgericht warten.
Im Grundgesetz ist die Verfahrensweise für den Fall, daß eine neue, dem
Grundgesetz übergeordnete Verfassung in Kraft treten soll, in Artikel 146
geregelt: Dieses Grundgesetz verliert seine Gültigkeit an dem Tag, an dem
eine Verfassung in Kraft tritt, die vom deutschen Volk in freier Entscheidung
beschlossen worden ist. Eine neue Verfassung kann also nur mittels
Referendum beschlossen werden.
8. Mai, 60. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus
Horst Köhlers Rede zum 8. Mai: (Du Lieber Gott, womit haben wir den
Bundespräsidenten verdient?) Die Opfer des deutschen Faschismus blieben so gut
wie unerwähnt - die Leiden der Deutschen dafür wurden von ihm ausgiebig
beschrieben. Was wollte Köhler mit seiner Rede demonstrieren? Der Schoß ist
noch fruchtbar? Und wie vornehm er sich ausdrückte: 'Zivilisationsbruch' nannte
er den Völkermord von damals. (Hat dieser Mann, unser Verlegenheitspräsident,
jemals seine Eltern gefragt, so wie ich es tat als ich noch ein Schuljunge war:
Mama, Papa, wie konntet ihr so etwas tun? mat)
Horst Köhler traut sich Dinge zu sagen, die er eigentlich als Präsident des
Internationalen Währungs- fonds hätte sagen müssen, meint der Kabarettist Urban
Priol.
Geschichtsklitterung: darin ist Horst Köhler wohl ein wahrer
Spezialist!
Deutschtümelei, neofaschistisches Gedankengut betritt in
unterschiedlichen Erscheinungsformen die politische Szene. Neonazis verfügen
über neue Organisationsstrukturen und Parteien. Im Freistaat Sachsen und im
Land Brandenburg sind sie bereits im Parlament. Der jüngste Auftrieb der
Neonazis mit ihren nationalistischen, ausländerfeindlichen Parolen ist nicht
zuletzt der Massenarbeitslosigkeit und der wachsenden Schere zwischen Arm und
Reich in unserem Land geschuldet. Perspektivlosigkeit besonders für junge
Menschen ist ein fruchtbarer Boden für neofaschistische Parolen. Wir kennen das
aus den Jahren 1930 bis 1933.
Da widerspricht es angeblich dem Verfassungsgebot der BRD, neofaschistische
Demonstrationen und Veranstaltungen zu verbieten. Es ist meine tiefe
Überzeugung, die von vielen Menschen in und außer- halb Deutschlands geteilt
wird, daß ein gesetzliches Verbot dem Demokratieverständnis entspricht. Das
schulden wir den mehr als 45 Millionen Toten im Zweiten Weltkrieg allein in
Europa. Das verlangen von uns 18 Millionen Menschen aus verschiedenen Ländern,
die durch die faschistischen KZ und Vernichtungslager gegangen sind, von denen
elf Millionen bestialisch ermordet wurden. Das schulden wir den 200 000
ermordeten Widerstandskämpfern gegen das Naziregime in Hitlerdeutschland.
Es bleibt eine unumstößliche Tatsache, daß dank dem Sieg der Alliierten über
Hitlerdeutschland, über die faschistischen Aggressoren, die Völker Europas,
aber auch anderer Kontinente, vom Absturz der menschlichen Zivilisation in die
schlimmste Barbarei gerettet wurden. Den höchsten Blutzoll für diesen Sieg und
die Befreiung vom Faschismus mußten die Völker der Sowjetunion zahlen!
(Rede von Prof. Moritz Mebel, gehalten in der Humboldt-Universität, Berlin)
Ist der Faschismus tatsächlich besiegt?
Wohl kaum, wenn in die Europäische Verfassung das Recht auf Intervention
geschrieben werden soll.
Wahrscheinlich ins Hirn gekackt
Hessens Justizminister Wagner will Fußfessel für Langzeitarbeitslose und therapierte Suchtkranke. Die Hessen-CDU wird zum Sammelbecken für Idioten. » Fußfessel für ... (Achtung, PDF-Datei)
» Grüne Politik gibt es nicht (mehr), gab es nie!
Die Bürger kehren der EU den Rücken
Angst in Brüssel - Angst vor den Bürgern. Die könnten die Union in die
größte Krise seit ihrer Gründung stürzen. Nein zum Treiben dieser blinden
Eliten. Diese Union ist eine Illusion, sagen die Franzosen. Prominente meinen
die Europäische Verfassung bedeute das Ende aller Hoffnung. Mehr als die Hälfte
aller wahlberechtigten Franzosen lehnt das Vertragswerk ab und damit die EU.
Täglich werden es mehr Bürger, die gegen das unsoziale Europa auf die Straße
gehen. Linke wie Rechte rufen zur Ablehnung der Verfassung auf. Die
Nein-Kampagne hat sich zu einer wahren Volksbewegung entwickelt. Die Leute
glauben nicht mehr an die Geschichte vom rettenden Europa. Sollten die
Franzosen am 22. Mai beim Referendum über die EU-Verfassung mit Nein stimmen, werden die Deutschen Beifall klatschen, sich aber
gleichzeitig wundern, warum sie nichts tun, empfinden sie die Union doch auch
als nutzlos, lästig und ärgerlich. Der Zustand der Demokratie in Deutschland
ist mittlerweile so, daß die Bevölkerung nicht mal mehr bei solch grundlegenden
Richtungsentscheiden gefragt wird. Das Zustimmungsgesetz kann nur noch das
Bundesverfassungsgericht verhindern. Übrigens: der einzige Deutsche, der die
Verfassung wirklich kennt, dürfte Außenminister Fischer sein, er und sein
französischer Amtskollege sind für den militärischen Teil verantwortlich. Das
530 Seiten Werk zu lesen tut sich kein deutscher Parlamentarier an.
Franzosen, Holländer, Engländer, Dänen und Tschechen werden den Daumen senken.
Niemand will ein korruptes Brüssel. Die Briten wollten niemals eine EU. Die
Dänen denken ganz offen über den Abschied von der EU nach.
Die Franzosen kämpfen. Sie wissen im Text des Verfassungsvertrages verbirgt
sich die Bolkestein-Richtlinie. Es gibt Beispiele dafür, daß französische
Firmen auf der Grundlage dieser Vorlage bereits Arbeitskräfte entlassen, einzig
und allein, um Maximalprofit für die Besitzer zu erlangen. Beispiel: Ein
französisches Transportunternehmen beschäftigt polnische Fahrer. Sie bringen
Waren aus Polen nach Frankreich und nehmen von dort Waren mit - alles für 110
Euro im Monat. Französische Fahrer, die nach Polen und zurück fahren, erhalten
mehr als 1000 Euro.
Wer die Verfassung akzeptiert, akzeptiert die Bolkestein-Richtlinie. Es geht um
Kapitalismusgesetze die in der Verfassung festgeschrieben werden sollen. Die
Zeitung L'Humanité hat wesentliche Teile des Verfassungstextes veröffentlicht
und die Regierung - die große Furcht vor einem Nein hat - gezwungen, 36
Millionen Exemplare des Verfassungsvertrages drucken zu lassen und an alle
Haushalte zu verteilen. L'Humanité hat den Text mit Kommentaren, mit ihrer
Interpretation versehen und ihn so unter die Leute gebracht. Die Franzosen
wissen nun welche Gefahren in diesem Verfassungsentwurf stecken, und die
Mehrheit wird ihn nicht zulassen. Franzosen haben begriffen, daß es um um ihre
Kultur, um ihr Gesund- heitswesen und um ihren Arbeitsmarkt geht.
Die Deutschen dagegen wissen nichts. Der Verfassungsvertrag soll ihnen einfach
untergejubelt werden. Die Bundesregierung hat Information über den Inhalt der
Verfassung bisher systematisch verweigert oder durch Lügen ersetzt. Fakt ist,
daß es eine Absprache zwischen Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und seinem
französischen Amtskollegen gibt, nach der die Abstimmung in Deutschland (wo die
Leute, die die Kosten tragen, aus den Entscheidungsprozessen herausgehalten
werden) vor das französische Referendum gelegt wurde, damit das hier zu
erwartende fast einstimmige Votum für die Verfassung die Kampagne der Pariser
Regierung unterstützt. Erst seit sich das Nein in
Frankreich abzeichnet, interes- sieren sich die deutschen Medien überhaupt für
die Verfassung, und sie stellen fest, daß sich die EU ökonomisch, politisch und
militärisch zu einer Supermacht zu entwickeln droht. Kern der Verfassung ist
die Entwicklung der EU zu einer Militärunion durch Verankerung einer EU-Armee
als Interventionstruppe sowie durch die Aufrüstungsverpflichtung. Aber auch die
Festschreibung des neoliberalen Wirtschafts- modells, sowie die Liberalisierung
und Deregulierung aller Bereiche gehört dazu. Die EU-Verfassung sieht eine
militärische Beistandsverpflichtung vor, die noch stärker als die der NATO
ist.
Die Europäische Union wächst rasant, und die Bundesregierung treibt den Prozeß
voran. Worum geht es Berlin beim EU-Verfassungsvertrag, etwa darum, wie man der
Peripherie seinen Willen aufzwingen kann. Das erinnert an den gescheiterten
Versuch ein 'Großdeutsches Reich' aufzubauen. Versucht man das erneut?
Jedenfalls, Europas Waffenschmieden sind schonmal begeistert über das
EU-Grundgesetz: Aufrüstung wird in der militarisierten Gemeinschaft nämlich zum
Dauerauftrag. Die Befürworter der EU-Verfassung heben immer wieder die
Bedeutung eines dauerhaften Friedens in Europa hervor. Welchen Sinn macht dann
die Militarisierung Europas, der in der Verfassung ganz viele Kapitel gewidmet
sind? Sollen etwa ökonomische Interessen mit Waffengewalt gewahrt werden?
Alle Friedensbewegten in Europa hoffen am 29. Mai 2005 auf ein 'Non' in Frankreich und auf ein 'Nee' am 1.
Juni 2005 in den Niederlanden - damit Europa nicht zur Beute neoliberaler
'Shareholder' und Großmachtstrategen wird.
Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung ist Biopolitik
Wissenschaftler und Mediziner haben beim Deutschen Ärztetag in Berlin vor
den gesundheitlich kata- strophalen Folgen von Erwerbslosigkeit und Armut
gewarnt. »Armut macht krank: Arme Menschen haben gegenüber Wohlhabenden eine
durchschnittlich um bis zu sieben Jahre geringere Lebens- erwartung«, heißt es
in einer Entschließung des am 6. 5. 05 zu Ende gegangenen Kongresses. Besonders
betroffen: Erwerbslose, Sozialhilfeempfänger, Wohnungslose, alleinerziehende
Frauen, kinderreiche Familien, psychisch Kranke. Vor allem diese Gruppen hätten
auch unter Praxisgebühr und Medikamentenzuzahlungen zu leiden, erklärten die
Experten.
Ein weiterer Effekt der neuen Gesetze ist, daß Erwerbslose, die den Anspruch
auf das ALG II verlieren, auch den Krankenversicherungsschutz einbüßen.
Insgesamt hat sich die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen ohne
Absicherung in nur zwei Jahren auf rund 300 000 verdoppelt. Nicht nur
Arbeitslosigkeit, auch schlechte Arbeitsbedingungen machen krank, so die
Mediziner. Besorgt berichteten sie, daß viele Patienten sich aus Angst um ihren
Job vehement dagegen wehrten, krank- geschrieben zu werden. Dem
Gesundheitssystem müssen - gerade in Zeiten erhöhter Arbeitslosigkeit - mehr
statt weniger Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, forderten die
Ärzte.
Biopolitik oder wirklich nur ein Versehen?
Offenbar wurden Proben eines potentiell tödlichen Grippeerregers irrtümlich
an 3742 Forschungslabore in 18 Ländern verschickt. Die Labore wurden
aufgefordert das Virus sofort zu vernichten. Der Anordnung werden nicht alle
Labore nachkommen. Einige Behälter mit Proben gehen möglicherweise
verloren.
Ein US-Labor verschickte ein Grippevirus, das in den 50er-Jahren Millionen
Menschen den Tod brachte. Julie Gerberding, die Leiterin des US-Zentrums zur
Seuchenkontrolle sagt: der Erregertyp H2N2 kann unmöglich in Unkenntnis
versandt worden sein. Es sei praktisch unmöglich, daß die Betroffenen nicht
wußten, mit welchem Virenstamm sie es zu tun hatten. Julie Gerberding erklärte,
der H2N2-Erreger sei vermutlich wegen guter Kultivierbarkeit zu
Forschungszwecken versandt worden. Allerdings sei außer acht gelassen worden,
wie gefährlich die Zirkulation eines Virenstammes sein könnte, für den es
keinen Impfstoff gebe. Die Proben waren im Auftrag des Kollegs Amerikanischer
Pathologen verschickt worden.
Eine unheimliche fleischfressende Krankheit breitet sich in den USA aus.
Völlig gesunde Menschen verfaulen. Schuld ist ein Antibiotikaresistenter
Superkeim, der Methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA), der früher
nur in Krankenhäusern auftrat, nun aber den Weg nach draußen gefunden hat.
Auch die Seuchenwächter beim Robert-Koch-Institut schlagen Alarm. MRSA ist in Deutschland ein infektiologisches Problem ersten
Ranges. "Für Hygiene haben wir keine Zeit", heißt es in deutschen Kliniken oft
- wo mangelnde Händehygiene besonders bei männlichen Ärzten verbreitet ist.
Sind doch Leute am Werk, die die Zahl der Menschen
drastisch reduzieren wollen - durch Seuchen? Eines steht fest: Wir sind einigen
Leuten eine Last! Nicht nur AIDS, wiederkehrende
Krankheiten wie Tuberkulose oder Malaria könnten wirkungsvoll den Überschuß an
Menschen reduzieren.
'Der Luganoreport', eine Fiktion der Publizistin Susan George basiert auf Analysen und Statistiken einflußreicher Denker und
Wissenschaftler. Die schlimmsten Erfindungen in dem Buch sind Zitate.
IWF-Lob: "Deutschland ist auf dem richtigen Weg"
Dauerhaft über fünf Millionen offiziell gezählte Arbeitslose werden der
Schröder-Regierung angelastet. Vergessen wird gern, daß 'Ein-Euro-Jobber',
'Arbeitslose in Maßnahmen', Hunderttausende ältere mit der '58er-Regelung' aus
dem Erwerbsleben Ausgeschiedene, sowie Millionen nicht gemeldete Arbeit-
suchende ebenfalls erwerbslos sind. In Wahrheit fehlen deshalb nicht fünf,
sondern acht Millionen Arbeitsplätze. Die sogenannten Job-Center zu einer
Vermittlungsoffensive aufzurufen, wie es Bundes- wirtschaftsminister Wolfgang
Clement tut, ist Puste vergeuden, denn es gibt die Arbeitsplätze nicht. Zwar
macht die Bundesregierung den Großunternehmen ständig neue Steuergeschenke,
damit diese in Arbeitsplätze investieren. Die investieren auch, aber in den
Abbau von Arbeitsplätzen. Wegen der Steuergeschenke
wird der Staat, und das zeigt sich jeden Tag deutlicher, arm und
handlungsunfähig. Der mit den Ein-Euro-Jobs verbundene Vernichtungseffekt von
regulären Arbeitsplätzen ist gewollt. Wie viele Arbeitsplätze bereits
vernichtet, wie viele Steuern und Sozialbeiträge nicht gezahlt wurden, darüber
schweigen die Statistiker des Bundes sich derzeit aus. Die Regierung bastelt
bereits an der Umsetzung weiterer, angeblich aufkommensneutraler
Steuergeschenke für das Kapital.
Vertreter fast aller Parteien machen täglich neue Vorschläge, wie man gegen
Kranke, Kinder, Rentner, Sozialhilfeempfänger, Arbeitslose und Blinde vorgehen
und wie man ihr Einkommen noch weiter kürzen kann - um die nächsten
Steuergeschenke für die Reichen und Superreichen zu finanzieren.
Wenn die Deutschen nicht so feige wären
Wenn die arbeitenden Menschen sich in diesem Lande verweigern würden, ja wenn in diesem hoch- gradig arbeitsteilig verflochtenen Wirtschaftssystem genügend viele arbeitende Menschen genügend lange Zeit sich widersetzen würden strategisch wichtige Arbeiten auszuführen, käme dieses Land und damit der neoliberale Amoklauf in kürzester Zeit zum Stillstand. Dann würde sich zeigen, wer letzt- endlich die Macht hat - wenn man es nur versteht, sich dieser Macht bewußt zu werden und sie klug einzusetzen. Rein technisch-organisatorisch wäre ein Arbeitskampf, der aufs Ganze geht, der friedlich angreift und die neoliberalen Asozialen in ihre Schranken weist, ein Klacks (E. Scheunemann) - wenn, ja wenn die Deutschen nicht so feige wären.
Auf Knopfdruck manch einer wieder links
Nicht zu fassen!
Franz Müntefering verbüffte am 13. April eine staunende Öffentlichkeit mit der
Warnung vor einer inter- national wachsenden Macht des Kapitals. Die SPD wolle
eine soziale Marktwirtschaft und nicht Markt- wirtschaft pur, sagte der
Scheinheilige mit dem roten Schal. Der Münte ist ein Genosse, der von allen am
besten lügt. Die Wahrheit erfahren wohl eher Hühner oder Schweine im
Sauerland.
- Die Nötigung der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger hat keine neuen
Arbeitsplätze gebracht.
- Der gelockerte Kündigungsschutz hat kein Beschäftigungswunder bewirkt,
sichere Arbeitsverhältnisse werden stattdessen gegen prekäre und niedrig
entlohnte ausgetauscht.
- Die Hälfte der bislang bundesweit geschaffenen 114 000 'Ein-Euro-Jobs' sind
Schwarzarbeit, sind weder gemeinnützige noch
zusätzliche Arbeiten, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben.
- Die Selbstbeteiligung der Patienten hat die kollektiven Steuerungsdefizite im
Gesundheitssystem nicht beseitigt.
Geisterfahrer (links blinken und rechts abbiegen) Münteferings rhetorischer
Klassenkampf spricht der sozialdemokratischen Stammkundschaft aus der Seele,
wie es scheint. An der Basis herrscht wieder Aufbruchstimmung, meinen die
Medien. Gemeinsam wird man nun versuchen das depperte deutsche Volk ein
weiteres Mal aufs Kreuz zu legen.
Während Müntefering Investoren und Unternehmer beschimpft, treibt Rentenräuber
Schröder die alte Macht- und Industriepolitik voran. Waffenembargo gegen China
aufheben - etc.
Ratten und Schmeißfliegen nannte Franz Josef Strauß die Sozis gelegentlich.
Doch das ist lange her. Wer heute Babys den Schnuller, Kindern die Sparbücher
und den Alten die Rente klaut, der muß sich Beschimpfungen solcher Art wohl
oder übel (wieder) gefallen lassen. Übrigens: Heuschreckenschwärme bekämpft
man, indem man ihre Brutgebiete säubert. Unter Rot-Grün ist ganz Deutschland
zur Brutstätte geworden, Herr Müntefering.
Erstaunlich, daß Müntefering Aufsätze von Arundhati Roy liest. Arundhati Roy
war es nämlich, die die Heuschreckenmetapher brachte. Im September 2001 schrieb
sie, daß sich die westliche Macht, allen voran die USA, »wie ein
Heuschreckenschwarm durch die Wirtschaft armer Länder gefressen habe.« Sie
sprach von »marodierenden Multis, die sich die Luft aneignen, die wir einatmen,
die Erde, auf der wir stehen, das Wasser, das wir trinken, die Gedanken, die
wir denken.«
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