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Die Bundesregierung trickst, täuscht und lügt
Die Bundesrepublik steht vor der größten Beschädigung ihres sozialen Zusammenhaltes seit ihrem Bestehen. Ausgerechnet eine sozialdemokratisch geführte Regierung beabsichtigt, die Grundlagen und die Höhe der solidarischen Alterssicherung zu demontieren ... Die Demontage wird ohne stichhaltige Gründe betrieben. Im Ergebnis werden die Älteren weniger Rente erhalten und die Jüngeren höhere Beiträge zahlen ... Gewinner der Reform sind die Unternehmen, die von Beiträgen entlastet werden und die großen Finanzkonzerne, die mit zusätzlichen Anlagemöglichkeiten und Gewinnen rechnen können. Volkswirtschaftlich gesehen wird die Zusatzbelastung der Arbeitnehmer die Massenkaufkraft schwächen und damit den Abbau der Arbeitslosigkeit behindern. (Auszüge aus "Alternative Wirtschaftspolitik" von Prof. Dr. Rudolf Hickel, Dr. Axel Troost) » Weiterlesen?
Was folgt ist Altersarmut nach Plan
Der Bundestag hat am Donnerstag (06.11.03) die erste reale Rentenkürzung in
der Geschichte der Bundesrepublik beschlossen. Im Ergebnis werden Ruheständler
erstmals keine Rentenanpassung erhalten. Außerdem müssen sie den kompletten
Beitrag zur Pflegeversicherung zahlen. Somit fehlen dem Durchschnittsrentner
infolge des Notprogramms künftig monatlich 27 Euro. Darin sind die durch die
Gesundheitsreform entstehenden zusätzlichen Kosten noch nicht enthalten.
Politiker denen der Verstand nun völlig abhanden gekommen ist, beschlossen die
Absenkung der Schwankungsreserve (eiserne Rentenrücklage, die bisher dazu
diente, bei Einnahmeschwankungen die Rentenzahlungen nicht zu gefährden) von
bisher 50 auf 20 Prozent einer Monatsausgabe. Neurentner erhalten ab April 2004
eine ganze Monatsrente weniger, indem der Auszahlungstermin auf das Monatsende
verschoben wird. Sie werden um eine ganze Monatsrente betrogen.
SPD-Fraktionschef Franz Müntefering meint dazu: Damit habe die Koalition das
geleistet, was sie versprochen habe, nämlich "Den Sozialstaat in seiner
Substanz dauerhaft zu sichern." Müntefering stellt die Wahrheit
buchstäblich auf den Kopf.
Gerhard Schröder, der verschlagene Wicht, lügt sich an die Macht
Die Systeme der sozialen Sicherung zukunftstauglich zu machen und damit neue
Brücken in den Arbeitsmarkt zu bauen, das ist die Aufgabe, der wir uns stellen
müssen. Dabei kommt es auf Konzepte an, liebe Genossinnen und Genossen. Mit
punktuellen Kürzungen ist es nicht getan. Hier liegt der Grund, warum wir die
Kürzung der Renten zurücknehmen werden. Ich sage das mit Bedacht auch und
gerade den Kritikern dieser Ankündigung: Es geht hierbei nicht um Tausende von
Mark oder gar um fünfstellige Summen, sondern es geht dabei, liebe Genossinnen
und Genossen, um Durchschnittsrenten, die zwischen 900 und 1300 DM liegen - im
Monat wohlgemerkt. Personen mit solch einer Rente sind betroffen. Um diese geht
es bei den Maßnahmen, die die Union jetzt auf den Weg gebracht hat. Die ganz
einfache Frage, die ich nicht nur an euch, sondern vor allen Dingen an
diejenigen habe, denen es besser geht, lautet: Wie würden Sie, die Sie selbst
ein ausreichendes, ein gutes oder - ich bin zum Neid völlig unfähig - ein hohes
Gehalt haben, reagieren, wenn Sie von 900 oder meinethalben von 1300 DM im
Monat leben, ihre Miete bezahlen, den Lebensunterhalt bestreiten und all das,
was man so braucht, bezahlen müssten; wenn dann jemand käme und sagte: Da gehen
wir jetzt ran; da ist eine Möglichkeit zum Kürzen; darauf konzentrieren wir
uns, weil das ja die Masse ist, die es ja bekanntlich bringt? Wie würden
diejenigen, die in der Gesellschaft Gott sei Dank stärker sind, wohl reagieren?
(...) Ich vertraue darauf, dass es in diesem Land immer noch eine Mehrheit
gibt, der es Gott sei Dank gut geht und die dann sagen wird: Wir sehen ein,
dass die deutschen Sozialdemokraten Rentenkürzungen dieser Art, die vor allen
Dingen diejenigen betreffen, die als Witwen ihr Leben fast hinter sich haben,
nicht gestatten können und dieses für schlicht unanständig halten.
Gerhard Schröder auf dem SPD Parteitag am 17.4.1998 in Leipzig
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