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Die Grünen

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Die Grünen - außen grün und innen rot

Mitbegründerin Petra Kelly nannte sie noch die "Anti-Partei". Joschka Fischer stieß (wie der Autor der Seiten "Tatort Wort") 1982 zu den Grünen und wurde schnell ihr Wortführer.
1990 verließen (der Autor dieser Seiten schon 1988) erste prominente Linke regelrecht angewidert die Partei: Jutta Ditfurth, Thomas Ebermann, Rainer Trampert, Jürgen Reents [ 1 ].
Parteienforscher, die bei allen Parteien eine Identitätsauflösung erkennen, stellen für die Grünen fest, daß diese nie eine hatten. Die etablierten Grünen von heute lassen jenen, die sie durchschauen, die Haare zu Berge stehen.
Nach dem Einzug der Grünen in Parlamente und Regierungen sieht die Wirklichkeit anders aus. Nie- mals zuvor haben Betreiber von Atomkraftwerken so sorglose Zeiten erlebt.

Die Grünen sind Hyänen, wenn es um Macht und Pfründe geht. Die Grünen sind an der Macht um der Macht willen. Die Grünen sind zur käuflichen Partei verkommen. Die heutigen Grünen haben mit der vor 25 Jahren gegründeten Partei nichts mehr gemeinsam. Die Grünen sind zu einer Kriegspartei herunter- gekommen, die zudem Armut und Elend in Deutschland mitorganisiert. Die Grünen vertraten anfangs antifaschistische und antimilitaristische Ziele - heute führen sie im Herrschaftsinteresse Krieg. Grüne wollten mal gegen Ausbeutung und Erniedrigung des Menschen und gegen die Vernichtung der Natur kämpfen. Das geht ihnen heute am Arsch vorbei. Die Grünen sind es nicht wert, daß man auch nur ein Wort zuviel über sie verliert.

Die deutschen Grünen haben in den 90er Jahren alles, wofür sie einmal angetreten sind, mit Füßen getreten. Aus dem Rotationsprinzip wurde eine autoritäre Partei, aus der Anti-AKW Bewegung der Atomkonsens zu Bedingungen der Atommafia, aus Pazifisten wurden Militaristen. Aus der multi- kulturellen Gesellschaft wurde das Europa der Stämme. Rüstungsexporte steigen, Entwicklungshilfe wird immer weniger. Fischer nimmt strukturell die Position Berlusconis ein. Cohn-Bendit tönt: Die EU sollte das Gegenstück zum Neoliberalismus der USA werden.[ 2 ]
Diese Grünen sind das Letzte. Bürger tragen bei Protesten Plakate mit der Aufschrift: "Wer hat uns verraten? Die Grünen". Die Demonstranten in Genua demonstrierten dort auch gegen Fischer - der nichts gelernt, nichts studiert, keinen Abschluß, sich mit Taxifahren und Bücherklau (Christian Y. Schmidt) über Wasser gehalten hat. Wie schaffte er es, so populär zu werden? Nun, Joschka Fischer ist, was er ist wegen der Dummheit der anderen.
Claudia Roth verkörpert eine andere Variante der charakterlichen Anschmiegung an die Macht: die Schizophrenie. Amnesty International unterstützen und die NATO als deren bewaffneten Arm akzeptieren. Die Menschenrechtsbeauftragte Claudia Roth: Zur Menschenrechtspolitik hat man von ihr nie etwas gehört. Im Vordergrund stand ihre erneute Kandidatur für den Vorstand der Grünen.

1998, im untauglichsten Moment, mit einer SPD, die zum ersten Mal die Wonnen des totalen Opportunismus auskostete, und unter einem sehr unpassenden Kanzler, erstand die rot-grüne Koalition, ergab sich die ersehnte Gestaltungsmacht ...
Von einem grundsätzlichen Perspektivwechsel seit 1998 kann keine Rede sein. Die alten Macht- allianzen, 1989 siegreich, schoben sich ... vor, der Auftrag der Bundeswehr wurde im Sinn einer Feuerwehrtruppe des Status Quo verändert und sofort im Kosovo erprobt. Im übrigen wurden die Reichen reicher, die Armen ärmer, die Strukturpolitik folgt üblichen Mustern und den üblichen Appetenzen der Lobbies, die Ressorteinteilungen blieben die gleichen - und die geplante Europa-Verfassung vereidigt den Kontinent auf die Wirtschaftsreligion der US-Konzerne, die sich politisch in den Republikanern formiert. Mit anderen Worten: Es gelang und gelingt den Grünen nicht, mit den platten Dialogen der politisch-medialen Vorderbühne so umzugehen, daß dahinter die Wetterwände der wahren, der erdgeschichtlichen Gefahr sichtbar werden und bleiben.
(Carl Amery, Jahrgang 1922, ist Verfasser zahlreicher Romane, Hörspiele und Essays)

Nebentätigkeiten deutscher Politiker

Keine Partei in der deutschen Geschichte hat sich so schnell um 180 Grad gedreht wie die Grünen. Wäre es nicht ein Wunder, wenn nicht auch führende Politiker dieser ehemaligen Müslipartei genau das tun, was man mittlerweile von einem deutschen Parlamentarier erwartet: nämlich daß er beide Hände aufhält, um möglichst schnell viel Geld einzusacken. Am 19.01.2005 ist der uneigennützige Sauber- mann Ludger Volmer aufgeflogen. Auch er ein Abgreifer(?) Auch Ludger Volmer turnt in der Grauzone von Wirtschaft und Politik herum - hat sich in die Riege der gierigen Politiker eingereiht.

Oswald Metzger, seit 2002 ohne Listenplatz, aber immer noch als Grüner gehandelt, lebt von seiner Rolle als Kronzeuge gegen die Politik seiner früheren Partei offenbar ganz gut. Die PR-Agenturen und Think Tanks des neoliberalen Mainstreams schmücken sich mit ihm und geben ihm Selbstdarstellungs- podien.

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, aufgestiegen, weil sie nie ein politisches Problem verstanden oder jemals einen eigenen politischen Gedanken geäußert hat.

[ 1 ] Mit Hilfe einer Truppe ihm treu ergebener Wasserträger schaffte er (Fischer) in kürzester Zeit den Durchmarsch bei den Grünen, stieß entschlossen ihre Gründer beiseite, installierte den Kampfbegriff Realpolitik und wurde in Hessen der erste grüne Minister einer Landesregierung. Spätestens seitdem sind die basisdemokratischen Träume der Grünen ausgeträumt - sie sind, mehr noch als Gerhard Schröders SPD, eine Führerpartei. Wer sich nicht unterwirft, kann gehen. Die Erpressung funktioniert: Erfolgreich hat Fischer den Mitgliedern und Wählern der Grünen eingeredet, er sei alles und sie seien nichts. So wurden sie ein schönes Projekt zur Resozialisierung von Joseph Fischer ... Der Preis dafür ist hoch; die Menge an individueller Verlogenheit, die man aufbringen muß, um im Schlepptau des Grünenführers an der Macht partizipieren zu können, ist gewaltig ...Der einzige Grüne, der niemals grüne Überzeugungen verraten hat, ist Joseph Fischer - er hat diese Überzeugungen schließlich nie geteilt. Fischer, ein Verehrer Ernst Jüngers, war ein U-Boot in der Grünen-Partei - er hat den ganzen Verein umgekrempelt und für seine Bedürfnisse passend gemacht. Fischer ist sich treu geblieben: An seiner Verachtung für die Grünen hat sich nichts geändert. Warum auch? Eine Parteibasis, die man in knapp zwei Jahrzehnten in das Gegenteil ihrer selbst verwandeln kann, darf man mit Recht verachten. Joseph Fischers politische Karriere ist keine Sache, die mir gefällt - aber weit abstoßender sind die Grünen, die diese Karriere ermöglichten und trugen ... Hätten die Grünen wie Fischer Machiavelli studiert, könnten sie die Gelegenheit (Visa-Affäre ) zum Sturz ihres Anführers nutzen. Doch die Grünen, die es noch gibt, sind sogar noch domestizierter als ein gewöhlicher Sozialdemokrat. (Wiglaf Droste, junge Welt)

[ 2 ] Dany le Rouge: Nachdem er als Teil der Fischer-Seilschaft in den achtziger und neunziger Jahren die Öko-Partei östlich des Rheins auf Rechtskurs gebracht hatte, kehrte er 1999 als Spitzenkandidat der französischen Grünen für die EU-Wahlen in sein Mutterland zurück und ist seither ihr Fraktionschef im Parlament von Strasbourg. Doch daß er nun, im Unterschied zur Mehrheit dieser Partei, für das Ja zur EU-Verfassung wirbt, kommt nicht gut an. Aus dem einstigen Revoluzzer ist ein schamloser Vorturner eines entfesselten Kapitalismus geworden.

 

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