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Deutschlands Bourgeoisie ist ein verfaultes, stinkendes Bürgertum, das schon mehrmals vor den gröbsten Infamien nicht zurückschreckte.
Wer ist die Initiative?
Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) ist eine branchen- und
parteiübergreifende Plattform (Think Tank), eine "Fünfte Kolonne der
Bourgeoisie". Ausdrücklich offen für alle, die den Sozialstaat zerschlagen
wollen. Die INSM wird derzeit von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und
Elektro-Industrie getragen und von führenden Wirtschaftsverbänden unterstützt.
Wissenschaftlich begleitet wird die Initiative vom Institut der deutschen
Wirtschaft in Köln (IW). Sie wird repräsentiert von einem Kuratorium mit dem
früheren Bundesbankpräsidenten Prof. Dr. Hans Tietmeyer an der Spitze (Spiritus
rector der Initiative). Zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik engagieren sich als Botschafter für die Initiative.
Eine Hauptrolle spielt Meinhardt Miegel mit seinem Bürgerkonvent - eine recht
dubiose Organisation.
Die INSM präsentiert sich in der Öffentlichkeit als überparteiliche
Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden, verschweigt aber gern,
daß sie ausschließlich durch Unternehmer der Metallindustrie finanziert wird.
Mit insgesamt 100 Millionen Euro für einen Zeitraum von zehn Jahren sollen, so
ATTAC, der Bevölkerung die neoliberalen Konzepte eingetrichtert werden. Durch
Zusammenarbeit mit den »Neuen Marktwirtschaftlern« und unkritische Wiedergabe
ihrer Forderungen und Studien beteiligten sich viele Medienvertreter an der
Desinformationskampagne der INSM. Neben der FASoZ kooperierten MTV, die
Financial Times Deutschland, die Wirtschaftswoche und das Handelsblatt eng mit
der INSM.
Was will die Initiative?
Unter dem Leitmotiv "Chancen für alle" hat die Initiative im Herbst 2000 eine bundesweite Kampagne gestartet, um die Menschen in Deutschland zu verblöden. Ziel der Initiative ist es, das bewährte Ordnungssystem der Sozialen Marktwirtschaft abzuschaffen.
Um den Markt leistungsfähig zu halten, müsse Ballast abgeworfen werden. Im Einzelnen bedeutet dies:
- Entlastung von Steuern;
- Arbeitslose nicht mehr alimentieren;
- Sozialklimbim abschaffen;
- Bildung reduzieren;
- Die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau halten.
Wer ist Mitglied der Initiative?
Kuratoren
- Prof. Dr. Gerhard Fels, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Köln
- Martin Kannegiesser, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall
- Eva Mayr-Stihl (ANDREAS STIHL AG & Co., Waiblingen)
- Oswald Metzger, Finanzexperte Bündnis 90/Die Grünen
- Jennifer Neumann, Vorsitzende des Vorstandes der Canto AG
- Randolf Rodenstock, Vorsitzender der Konzernleitung der Rodenstock Gruppe
- Professor Dr. Otto Schlecht, Ehrenvorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung
- Dr. Edmund Stoiber, Ministerpräsident des Freistaates Bayern
- Prof. Dr. Hans Tietmeyer, ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank
- Dr. Hans-Dietrich Winkhaus, Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft, Köln
Auch rot-grüne Politiker machen Lobbyarbeit für die Wirtschaftsverbände, als sogenannte Botschafter
- Dr. Hans D. Barbier, Wirtschaftspublizist, Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung
- Prof. Dr. Arnulf Baring, Politikwissenschaftler, Historiker und Publizist
- Prof. Roland Berger, internationaler Unternehmensberater
- Florian Gerster, Vorstandsvorsitzender der Bundesanstalt für Arbeit (BA)
- Christine Scheel, Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages, Finanz- politische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und 19 oder 20 weitere Personen, unter ihnen Lothar Späth.
- SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend
Es ist nicht Sache der INSM, nur im Hintergrund zu wirken, sie ist
schließlich nicht die Mafia. Nein, sie kommt mit ausgebuffter Arbeitgeberprosa
und Plakate daher. Slogans und Sichtweisen werden von den Medien gerne
übernommen, weil sie mediengerecht, und weil sie zur Hand sind.
Merkmal der INSM sind die enormen Finanzmittel und die Unterstützung durch
Scholz & Friends. Die Meinungsmacher lancieren Anzeigen zu aktuellen
Politdebatten in überregionale Tageszeitungen und versorgen Talkshows wie
"Christiansen" oder "Illner" mit Gästen.
Die INSM hat die Videorechte an dem Dreiteiler des Filmautors- und Produzenten
Günther Ederer über "Märchen" der Sozialpolitik erworben, um sie über den
Hessischen Rundfunk in der ARD zu platzieren. So erreichen die der INSM
opportunen Nachrichten ein Millionenpublikum.
Was hat die Initiative bisher erreicht?
Geschickt eingesetzter Lobbyismus wanderte über die Medien in die Köpfe der Bevölkerung. Eine Guerillataktik, bei der Journalisten geholfen haben, daß sich die Einstellungen in der Bevölkerung veränderten und Themen wie die Reform des Sozialstaates, längere Arbeitszeiten und mehr Eigen- verantwortung diskutiert werden.
"Konvent für Deutschland" nennt sich die nächste Initiative
Altbundespräsident Roman Herzog (Geldadel) und andere Vertreter aus Politik und Wirtschaft haben einen "Konvent für Deutschland" als Ideenschmiede für Reformen gegründet. In dem Gremium soll über notwendige Veränderungen in der Bundesrepublik nachgedacht werden, die den Mächtigen weitere Vorteile bringt. Dem Gremium gehören Olaf Henkel, Klaus von Dohnanyi, Otto Graf Lambsdorff, Roland Berger (mischt überall mit), Manfred Schneider sowie der Grüne Oswald Metzger an.
Das "Kollegium" (Collegium) ist die gefährlichste Initiative
Im "Kollegium" werden die Richtlinien der Politik geklärt. Wie die
Wochenzeitung DIE ZEIT (45/2003) erklärt, ist dieses Kollegium das Herz des
Berliner Firmenlobbyismus - dirigiert von Wolf-Dieter Zumpfort. Der ehemalige
FDP-Bundestagsabgeordnete ist heute TUI-Vertreter mit sehr schnellem Draht zum
Bundeskanzler Gerhard Schröder. Bei den monatlichen Treffen der
Industriespitzen im Kollegium werden unter anderem die Grundlinien der
Wirtschaftspolitik festgelegt und die sich täglich verändernden Bedürfnisse der
Unternehmer besprochen, mit dem Ergebnis: Das unter Leitung von Kanzler
Schröder 50 Wirtschaftsvertreter der BRD nach China flogen um beispielsweise
den Verkauf einer Plutoniumfabrik (Hanauer Atomanlage) an China in die Wege zu
leiten. China wird die Fabrik militärisch nutzen. Eine zivile Nutzung ist in
China gar nicht möglich.
Einmal im Monat laden sich Bevollmächtigte für Regierungsangelegenheiten,
Direktoren für Regierungs- kontakte, oder die Leiter der Konzernrepräsentanzen
für Bundesangelegenheiten gemeinsam Minister, Staatssekretäre und Abgeordnete
ein, um hinter verschlossenen Türen ihre Anliegen loszuwerden oder zu beraten.
Solche Kontakt-Veranstaltungen finden im Hotel Adlon am Brandenburger Tor oder
in der russischen Botschaft statt.
Und noch eine Initiative: "Partner für Innovation"
Die Teilnehmer wandten sich entschieden gegen Überlegungen der Brüsseler
Kommission, das Gütesiegel "Made in Germany" durch eine EU-Kennzeichnung zu
ersetzen.
Im Auftrag der Initiative 'Partner für Innovation' entwickelten die Hamburger
Agenturen Jung von Matt und Kempertrautmann eine Kampagne 'Ich bin
Deutschland'. Ziel des Auftritt sei es die Stimmung im Land zu drehen und für
ein innovationsfreudiges Klima zu sorgen. Die Kampagne soll von der zweiten
Juni- hälfte an breit in TV, Print, Internet etc. geschaltet werden. In einer
Gemeinschaftsaktion stellten über 20 Medienunternehmen Werberaum im Wert von
angeblich 30 Millionen Euro zur Verfügung.
Auch der Bundeskanzler sei eingebunden: Die Initiative 'Partner für Innovation'
sei im Januar 2004 auf Einladung des Bundeskanzlers gegründet worden. Zu den
Partnern gehörten 17 Spitzenmanager nam- hafter Unternehmen und
Forschungseinrichtungen, darunter BASF, Deutsche Telekom, Siemens, Luft- hansa,
Bertelsmann AG und - wie immer dabei - Roland Berger. Bertelsmann hat schon der
Agenda 2010 ihren Stempel aufgedrückt und Gerhard
Schröder, aber auch vielen Ministerien zugearbeitet.
"Bund der Selbständigen"
An seiner Spitze stehen Leute vom rechten Rand der FDP und CDU,
Burschenschafter und Reps. BdS- Vize ist der wegen antisemitischer Ausfälle
geschaßte CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann.
In Dortmund machen Rechte Unternehmer mit einem Bürgerforum mit dem Namen
Bürgerforum Phoenix mobil. Die Forderung nach Privatisierung der
städtischen Betriebe ist ihr Hauptanliegen. Von Demokratie halten die Phoenixen
nicht viel. Im Kapitalismus herrsche nun mal keine Demokratie, sagen
sie.
Es gibt eine Reihe weiterer neoliberaler Werbekampagnen unter Namen wie "Deutschland packt's an", "Berlinpolis", "Aufbruch jetzt!", "Stiftung liberales Netzwerk", "Projekt Neue Wege", "Reforminitiative". Initiativen, wohin man schaut. Den Bürgern wird das Paradies versprochen. Wie man hineingelangt, bleibt offen.
Reforminitiativen, zusammengefaßt
Sie hämmern der deutschen Bevölkerung mit millionenschweren
Anzeigenkampagnen und prominenten Unterstützern ihre Botschaft ein: Reformen
sind gut und richtig - Sozialabbau aber ist besser!
Bürgerkonvent: Meinhard Miegel will den Reformstau in
Deutschland mit TV-Spots, öffentliche Auftritte und lokale Konvente überwinden.
Unterstützer: Hans-Olaf Henkel, Roland Berger, Otto Graf Lambsdorff, Peter
Glotz, Rupert Scholz. Finanzierung: unklar.
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Soziale
Marktwirtschaft ist durch zu viel Wohlfahrtsstaat überlastet, er muß gestutzt
werden. INSMler schalten Anzeigen, platzieren Unterstützer in Talkshows wie
Sabine Christiansen und Illner. Kuratorium: Hans Tietmeyer, Martin Kannegiesser
(Gesamtmetall), Oswald Metzger, Randolf Rodenstock, Edmund Stoiber u.a.
Unterstützer: Arnulf Baring, Roland Berger, Peter Glotz, Arend Oetker, Lothar
Späth, Florian Gerster, Michael Glos, Dagmar Schipanski u.a. Finanziert von
Gesamtmetall.
Konvent für Deutschland: Das politische System hat sich
überlebt, Bundestag und Bundesrat blockieren sich zu häufig. Deutschland
braucht eine Neuordnung. Konventskreis: Roman Herzog, Roland Berger, Hans-Olaf
Henkel, Klaus v. Dohnanyi, Peter Glotz, Oswald Metzger, Otto Graf Lambsdorff,
Rupert Scholz, Henning Voscherau u. a. Finanziert und angeschoben von der
Deutschen Bank, weitere Finanziers gesucht.
Initiative Klarheit in die Politik (noch in der Entstehung):
Die Bevölkerung kennt die Vorzüge von Reformen nicht - sie muß aufgeklärt
werden. Gründer: Dieter Rickert, Headhunter. Unterstützer: 20 Unternehmer und
Privatpersonen - Namen: werden geheim gehalten.
Team Arbeit für Deutschland: Bürgerengagement gegen
Arbeitslosigkeit stärken, indem man viele Mitstreiter ins Boot holt: Manager,
Künstler, Journalisten. Geplant: bundesweite Aktionstage, Werbekampagnen.
Initiator: Hurrapatriot Wolfgang Clement. Unterstützer: Florian Gerster, Peter
Hartz, Gunter Thielen, Hubertus Schmoldt und rund 500 Unternehmen.
Finanzierung: 10 Millionen Euro pro Jahr aus
Steuergeldern.
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