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Tee ohne Milch
10.01.2007 | Kardiologen und Gefäßexperten von der Charité in Berlin haben Hinweise dafür gefunden, daß die angenommene positive Wirkung des Tees auf die Blutadern neutralisiert wird, wenn Milch dazugegeben wird. (European Heart Journal)
Tee schützt Herz und Knochen
Herzinfarkt-Patienten leben länger, wenn sie Tee trinken. Zu diesem Studienergebnis kommt ein amerikanisches Ärzteteam, das 1.900 ältere Herzkranke untersucht hat. Jene Patienten, die mehr als 14 Tassen Tee pro Woche tranken, hatten eine um 44 Prozent höhere ueberlebenschance in dreieinhalb Jahren nach dem Infarkt, berichtete BBC-online Ende April 2002. Aber auch moderater Teegenuß hat den Herzkranken schon geholfen. Eine Menge von etwas weniger als 15 Tassen wöchentlich habe die Überlebensrate schon um 28 Prozent erhöht, berichtet Kenneth Mukamal vom Beth Israel Deaconess Medical Centre in Boston.
Schwarztee schützt die Blutgefäße
Tee ist nach Wasser das Getränk, das weltweit am häufigsten getrunken wird.
Erfreulich ist, daß Tee positive Auswirkungen auf das Herz hat, wie kürzlich
veröffentlichte Studien zeigen. Zwei Tassen Tee am Tag schützen das Herz, heißt
es.
Bei Menschen, die viel Schwarztee trinken, schreiten Herzerkrankungen weniger
schnell voran als bei Teeverächtern; auch hat der Teetrunk positive
Auswirkungen auf das Gehirn.
Epidemiologische Studien zeigen, dass Teetrinker seltener einen Schlaganfall
erleiden. Wissenschaftler schreiben bestimmten im Tee enthaltenen Substanzen,
den Flavonoiden diese gesundheitsfördernde Wirkung zu. Flovonoide sind
sogenannte Antioxidantien. Diese binden aggressive Stoffe, die im Blut
zirkulieren, und sollen dadurch die Blutgefäße schützen. Flavonoide sind auch
in Weintrauben, Äpfeln und Zwiebeln sowie im Rotwein enthalten. Ihre
Bioverfügbarkeit im Tee ist allerdings höher, d.h. sie werden vom Körper besser
aufgenommen. Obwohl Hinweise für diese Wechselwirkung sprechen, war bislang
unbekannt, ob die schützende Wirkung von Tee auch wirklich auf ihr beruht.
Nun haben Wissenschaftler von der Boston University 50 Teetrinker und
Teeverächter genauer untersucht. Sie wollten herausfinden, ob Tee den Blutfluss
im Körper günstig beeinflussen kann. Blutgefäße sind im Inneren mit sogenannten
Endothelzellen ausgekleidet. Bei einer Artheriosklerose sind diese Zellen
geschädigt; oft werden die Blutgefäße als "verkalkt" bezeichnet. Die
Gefäße werden "starr" und verlieren ihre Fähigkeit, sich einem
unterschiedlich starken Blutfluss anzupassen. Dies erhöht das Risiko einer
Herzerkrankung. Deshalb vermaßen die Forscher die Blutgefäße ihrer Probanden
mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen.
Zum einen interessierten sich die Forscher für Kurzzeiteffekte des Teekonsums
auf den Blutfluss, zum anderen gingen sie auch seinen längerfristigen
Auswirkungen auf den Grund. Die Ergebnisse sind nun im Fachjournal Circulation
erschienen. Eine Hälfte der Teilnehmer bekam einen halben Liter schwarzen Tee
zu trinken, die andere dagegen Wasser. Zwei Stunden danach maßen die Forscher
Blutdruck und Puls der Teilnehmer und untersuchten den Druchmesser der
Armarterie und den Blutfluss. Das Resultat war eindeutig: Bei Teetrinkern
strömten erheblich größere Blutmengen durch die Arterie. Zurückzuführen war
dies auf die bessere Beweglichkeit der Blutgefäße. Teetrinken hatte die
Funktionsweise der Blutgefäße eindeutig verbessert.
Auch eine Gruppe von Teilnehmern, die über einen Zeitraum von vier Monaten
einen Liter Tee pro Tag getrunken hatte, wies anpassungsfähigere Gefäße auf.
Doch die Forscher warnen: Tee wirkt zwar positiv, ersetzt jedoch keine
Medikamente.
Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass Flavonoide eine entscheidende
Rolle spielen. Denn einer kleinen Gruppe von 16 Testpersonen verabreichten die
Forscher das dem Teein verwandte Koffein. Dies zeigte jedoch keine Wirkung. Der
Blutfluss blieb sowohl mit als auch ohne Koffein unverändert.
Kaffee, so wurde in aktuellen Studien immer wieder festgestellt, ist weder für
den Magen noch für das Herz so ungesund, wie manchmal behauptet wird.
Als Tee gilt jeder Aufguss aus Pflanzenteilen. Aber nur die immergrüne
Teepflanze liefert den echten Tee, dessen belebende Wirkung ebenso wie auch
beim Kaffee dem Koffein entstammt. Koffein aber (wie übrigens auch Nikotin)
entzieht dem Körper Vitamin C, wodurch wiederum die Aufnahme von Eisen gestört
werden kann. Der Koffeingehalt von Teeblättern ist bis zu fünfmal so hoch wie
der von Kaffeebohnen. Allerdings wird bei der Zubereitung von Tee mehr Wasser
verwendet als beim Kaffee, also ein dünnerer Sud hergestellt. Weiter enthalten
Teeblätter Gerbstoffe, die eine Aufnahme des Koffeins im Organismus verzögern.
Je länger man den Tee ziehen lässt, desto mehr Gerbstoffe werden freigesetzt,
der Tee wirkt dann eher beruhigend, schmeckt aber bitter.
Entscheidend für die Teequalität ist ein gutes Wasser, das wegen der
Wechselwirkung mit den Gerbstoffen möglichst frei von Kalk, Chlor und Eisen
sein sollte. Dann zählt die Blattqualität, wobei die Faustregel gilt: je höher
angebaut, desto besser der Tee. Darjeeling- und Assam-Tees entstammen indischen
Plantagen die 2000 Meter ü.M. liegen und zählen zu den besten der Welt.
Tee, Bakterien und Viren
Nicht nur den Bakterien, auch den Viren bekommt Tee anscheinend nicht gut. Ein Team von der Pace University in New York untersuchte die Wirkungen von verschiedenen im Handel erhältlichen Tees auf vireninfiziertes Gewebe. "Herpes simplex Viren wurden von Tee innerhalb von wenigen Minuten zerstört", erklärten Forscher in Orlando. Dazu benötigte es nur geringe Mengen Tee. Schwarze Sorten zeigten eine stärkere Wirkung als Grüntee.
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